3 Konzerte mit dem Konzertchor St. Petersburg / Russland

Konzertchor St. Petersburg / Russland

Fr 22. Juni 2018 – Geistliche Chormusik –18:00-19:00
Chorgemeinschaft Kai Müller präsentiert: Konzertchor St. Petersburg / Russland,
Kath. Kirche St. Johannes, Kappelbergstraße 28, Stuttgart-Untertürkheim

Fr 22. Juni 2018 – Weltliche Chormusik – 20:00-21:00
Chorgemeinschaft Kai Müller präsentiert: Konzertchor St. Petersburg / Russland,
Sängerhalle, Lindenschulstraße 29, Stuttgart-Untertürkheim

Sa 23. Juni 2018 –14:00-15:30
Chorgemeinschaft Kai Müller präsentiert: Konzertchor St. Petersburg / Russland, 14:00-15:30

Ev. Stiftskirche, Stiftsstraße 12, Stuttgart

Widdersteinstraße – „boulevard of broken dreams“

“Das ist der Widdersteinstraßen – Blues“
Bericht zu den Aufführungen vom 14.4. + 15.4.2018 in der Sängerhalle

Widdersteinstraße – „das schlechtestes Ortszentrum der Stadt Stuttgart!“ Diese traurige Meldung konnte man schon voriges Jahr der Lokalpresse entnehmen. Der Kampf gegen den Ladenleerstand sei mühsam, ein massiver „Trading-down-Effekt“ nicht zu übersehen. Die Fortsetzung des Kampfes mit theatralischen Mitteln konnte man am vergangenen Wochenende in der Untertürkheimer Sängerhalle erleben: Die Untertürkheimer Sopranistin Renate Brosch, im Kulturhausverein  aktiv und in Untertürkheim bekannt für ihre ungewöhnlichen Veranstaltungsideen, hatte das Thema aufgegriffen und eine hinreißende musikalische Komödie  auf die Bühne gebracht, flankiert von der Bühnenbildnerin Marlene Blumenstock, die eine umwerfende Kulisse dazu gemalt hat: die leeren Läden der Widdersteinstraße mit der sarkastisch anmutenden Überschrift „Einkaufsspass“.


Den hatten die verbliebenen Anwohnerinnen und Anwohner nach einer imaginierten Schließung des letzten Ladens, respektive die Sängerinnen und Sänger des Gesangstudios Renate Brosch, wahrlich nicht mehr.

Dieses Horrorszenario war  die Steilvorlage für eine über zweistündige, äußerst unterhaltsame Bühnenshow. Konsumfrei war  das Motto: Da gab es den verarmten Pianisten Karl-Friedrich Schäfer, der als Akkordeonist seine Tage auf der ausgestorbenen Widdersteinstraße fristet, die eiligen Berufstätigen, die nur noch durch die Straße huschen und achtlos ihre „Coffee-to-go“Becher fallen lassen, da gab es den UHT-Päckchenboten, der die Online-Päckchen über die Bühne schleppt.


Sehr witzig war eine von Petra Fogl angeführte Yogagruppe „Hartz IV-in-Bewegung“, die ihr geliebtes Yogastudio geschlossen vorfindet. Da gab es einen unermüdlichen und vergeblichen Kehrwöchner, einen skurrilen Bauausschuss mit dem waghalsigen Plan, die Widdersteinstraße als „Klein-Venedig“ mit Neckarwasser zu fluten. Eine besonders vorwitzige Schülerin (Frieda Schwenk) provoziert den AfD-Bürgermeister mit einem Song aus Ghana. Transitreisende versuchen vergeblich, im Untertürkheimer Bahnhof einen Aufenthaltsraum zu finden: längst ist Stuttgart 21 nach einer hydrologischen Katastrophe Makulatur und Untertürkheim der neue Hauptbahnhof.


Eine reiche Amerikanerin taucht auf, die am Schluss auf offener Straße vom Kehrwöchner ermordet wird, weil sie die ganze Widdersteinstraße an Investoren verkauft hat.  Davor gibt es noch eine Straßendemo, angeführt von Andrea Nicht-Roth, einer Untertürkheimer „Bunt-statt-grau“-Aktivistin.

Das Feuerwerk an brillant-skurrilen Ideen wird musikalisch kräftig unterfüttert: da gab es alles von Monteverdis subtilem Duett „Interrotte speranze“ über dramatische Szenen aus Mozart-Opern (köstlich und stimmlich sehr potent die drei Damen der Königin der Nacht als die weibliche Bürgerwehr „Widderstein-Witches“ mit Elisabeth Charlotte Nusser, Sabine Hanneforth, Babette Winkelmann) bis hin zu „Boulevard of Broken Dreams“ von Green Day am Schluss als aufgerautem Punk-Song mit Bachtr Ahmad als überzeugendem Solisten.


Die Schülerinnen und Schüler von Renate Brosch – obwohl keine professionellen Sänger –  sangen auf hohem Niveau und durchaus mit professionellem Anspruch, wobei die Rollen und sängerischen Anforderungen so maßgeschneidert präsentiert wurden, dass man der erfahrenen Pädagogin ein Kompliment machen muss. Besondere Highlights waren Thilo Ederle als Bürgermeister mit überzeugender Bassbuffo-Stimme, Sophia Marheineke als verwöhntes Wohlstandtöchterchen mit jugendlich klarer Sopranstimme, Astrid Toenniessen als Sopran-Koloratur-Akrobatin, Jürgen Ankele mit romantischem Tenorschmelz, nicht zuletzt Renate Brosch selbst mit Georg Kreislers beißend-satirischem Song „Gelsenkirchen“, der Parallelen aufzeigte zwischen dem 60er-Jahre-Kohlestaubparadies und dem heutigen Feinstaubparadies Stuttgart.


Das Duo Ännie & Jogs (als Gast) sorgte zwischendurch für entspannte Swing-Atmosphäre, zu der auf der Bühne die Widdersteintraßen-Anwohner lässig-tanzend chillen konnten, immer wieder gab es einen Blick in die leeren Ladenschaufenster der Kulissen: Konsum, der „moderne Kulturersatz“, den gab es halt nicht mehr. Besonderen Beifall gab es noch für Karl-Friedrich Schäfer, der in seiner Dreifachfunktion als Schauspieler-Akkordeonist-Pianist omnipräsent war.

>> mehr Fotos hier <<

Foto: Enslin

Widdersteinstraße – „Boulevard of Broken Dreams“ – 14.4. 19 Uhr +15.4.2018 – 17 Uhr

 Widdersteinstraße – „Boulevard of Broken Dreams“

…. eine bissige Komödie über das Horrors-zenario in einer Geisterstadt… musikalisch umrahmt von Liedern,

Arien, Chansons und Songs  von Oper bis Punk…

>> Hier Fotos von der Aufführung am 15.4.2018 <<


Die Untertürkheimer Widdersteinstraße ist ausgestorben – der Leerstand hat seinen Höhepunkt erreicht, denn der letzte Laden hat soeben seine Türen geschlossen. Die Sängerinnen und Sänger des „Studio für Gesang“ hauchen der totgeglaubten Straße mit ihrem Gesang in den vielfältigsten Stilrichtungen von Oper bis Punk auf traurige, lustige und oft absurde Weise neues Leben ein – bis es zur überraschenden Wende kommt.


Samstag, 14. April, 19.00 Uhr
Sonntag, 15. April, 17.00 Uhr

Sängerhalle Untertürkheim, Lindenschulstraße 29


Sängerinnen und Sänger des Studios für Gesang Renate Brosch
Karl-Friedrich Schäfer:Klavier/Akkordeon
Bühnenbild: Marlene Blumenstock
Geschichte und Regie: Renate Brosch


Veranstaltungsort: Sängerhalle Untertürkheim, Lindenschulstr. 29

Kartenvorverkauf: Buchhandlung Roth Untertürkheim

Kartenvobestellung@kulturhausverein.de


>> Plakat – Boulevard-obd-A2-2018
>> Flyer
Boulevard-Flyer

Untertürkheimer Kirbe soll in die Sängerhalle zurückkehren

Vereine wollen Untertürkheimer Kirbe retten –
Traditionsfest soll in den Saal der Sängerhalle zurückkehren
am 15. + 16.9.2018 mit Untertürkheimer Musikgruppen


In der Sängerhalle haben die Untertürkheimer bereits früher die Kirbe gefeiert und den Trauben aufgetanzt – Foto: Archiv Hahn

Bericht lesbar auf Facebook  der Untertürkheimer Zeitung:
https://de-de.facebook.com/cannstatter.zeitung/

„Die Subbr Schwoba“ Premiere vor 300 Zuschauern

Hinter Pforzheim „nauffzuas“ kommt das Meer

Untertürkheim – Chinesisch ist degeneriertes Schwäbisch und hinter Pforzheim beginnt das Meer? Das frisch formierte Trio die Subbr Schwoba überraschte zum Premierenabend die mehr als 300 Zuschauer nicht nur mit  bislang unbekannten Einsichten in die Geschichte der Schwaben – sie zündeten zudem noch ein brillantes Comedy-Feuerwerk der Extraklasse.


Die Subbr Schwoba im Einsatz: Jörg Beirer, Sabine Schief und Michael Klink
(von links) bei der Premiere in der Sängerhalle. Foto: Enslin

In ihrem knapp zweieinhalbstündigen Programm überzeugten Sabine Schief, Michael Klink und Jörg Beirer mit gestochen scharfem Wortwitz, charmanten Gesangseinlagen und brachten damit die Untertürkheimer Sängerhalle zum Beben.

Selbst für Muttersprachler hält das Schwäbische einige Tücken bereit, davon ist Jörg Beirer am Klavier überzeugt. Oder wie bitte erklärt man einem Hamburger die
Sätze: „Kommet mir ganget“ oder „neizuas war nauszuas an Stau“. Jörg Beirer, am Klavier, macht sich diese Hintersinnigkeit gekonnt zu seinem eigenen Spielfeld und
zeigte, wie witzig und schön unsere Heimatsprache sein kann.

Dem Kosmopoliten Michael Klink alias Dr Link Michel stellt das Schwäbische so schnell kein Bein, schließlich ist er zweisprachig aufgewachsen: Zwischen Mutters
Labskaus und Vaters Maultaschen lernte er spielerisch Plattdeutsch und Schwäbisch. Vielleicht beginnt daher für Link Michel Norddeutschland direkt „nuffzuas“ hinter
Pforzheim.

Für Sabine Schief war der Abend vor ausverkauftem Haus ein Heimspiel. Wer sich, wie die Untertürkheimerin, schon öfter gefragt hat, weshalb Single-Frauen  schlanker sind als verheiratete, sollte einfach mal einen Blick in die jeweiligen Kühlschränke werfen. Oder waren es doch die Schlafzimmer…? Gesangliche und erotische Antworten lieferte die Kabarettistin dem begeisterten Publikum zahlreich und gab dann im heldenhaften Outfit den Zwerchfellen den Rest. Warum
nun aber am Ende des Abends ein Blumenkohl zu viel auf der Bühne war, kann man bald selbst herausfinden.

Am 16. Februar 2018 betritt das Trio in Berglen-Oppelsbohm erneut die Bühne. Alle weiteren Termine und Informationen zum Vorverkauf finden sich unter www.die-subbr-schwoba.de . CeBe/Benni