Hedelfingen – Kita am Bergwald 19 soll durch Neubau ersetzt werden

Presse Stuttgart.de

Anhaltender Schädlingsbefall: Kita am Bergwald 19 soll durch Neubau ersetzt werden

Hedelfingen – Die Kita Am Bergwald 19 soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das hat die Landeshauptstadt Stuttgart am Dienstag, 4. August, bekanntgegeben.

Bis zur Inbetriebnahme des Neubaus wird das Waldheim Hedelfingen als Interimsquartier für die Kinderbetreuung genutzt. Grund für den Abriss der Kita ist ein anhaltender Rattenbefall, der sich aufgrund der Bauweise der Kita nicht beheben lässt.

Die Stadt hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der schadhaften Nager ergriffen. Eine abschließende Untersuchung kam nun zu dem Ergebnis, dass es aufgrund der Bauweise der Kita kaum möglich sein wird, die Schädlinge dauerhaft zu vertreiben. Das Gebäude hat kein Betonfundament und besteht lediglich aus Holz. Dadurch können die Nager leicht ins Innere der Kita gelangen.  Außerdem gibt es sowohl unterhalb als auch innerhalb des Gebäudes zahlreiche Hohlräume, die den Tieren ideale Versteckmöglichkeiten bieten. Aufgrund fehlender Rückstauklappen können die Ratten auch aus dem Abwasserkanal in das Gebäude gelangen.

Wegen des Rattenbefalls konnte die Kita Am Bergwald 19 nach dem Ende des Corona‐Lockdowns ihren Betrieb nicht wieder aufnehmen. Auf Initiative des Waldheimvereins wurden die Kinder daher im Waldheim Hedelfingen untergebracht. Stadt und Waldheimverein haben sich darauf verständigt, dass die Kinder bis zur Inbetriebnahme des Kita‐Neubaus auch weiterhin im Waldheim Hedelfingen betreut werden sollen. Dafür finden im Waldheim in der nächsten Zeit kleinere Umbauarbeiten statt: Unter anderem wird ein Schallschutz eingebaut und die Sanitäranlagen werden kindgerecht umgestaltet.

Der Waldheimverein hat angeboten, den Neubau der Kita zu übernehmen, sofern die Stadt das Gebäude im Anschluss anmietet. Dazu führen Stadt und Waldheimverein aktuell Verhandlungen. Erste Ergebnisse sollen bis Anfang Oktober 2020 vorliegen. Der Neubau könnte nach Schätzung des Waldheimvereins Anfang 2022 fertiggestellt sein.

Kälte-Fischer-Grundstücke von der Stadt erworben

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Stadt erwirbt Grundstücke Augsburger Straße 289 und 293 in Untertürkheim

Die Stadt Stuttgart hat die Immobilien Augsburger Straße 289 und 293 im Stadtbezirk Untertürkheim erworben. Der Kaufvertrag wurde am 28. Juli 2020 notariell beurkundet.

Bei den beiden Grundstücken handelt es sich um das seitherige Betriebsgelände der Firma Christof Fischer, auch als Fischer Kälte‐Klima bekannt. Der konkrete Zeitpunkt des Besitzübergangs an die Landeshauptstadt steht noch nicht abschließend fest.

Nach dem derzeitigen Planungsstand sollen auf dem Gelände die neue Feuerwache und eine Kindertagesstätte mit sechs Gruppen angesiedelt werden. Diese Nutzungen können um ein Hotel und Büros für Start‐Ups ergänzt werden. Für die Umsetzung der Vorhaben ist ein Abbruch des Gebäudes Augsburger Straße 289 und ein Umbau des Bestandsgebäudes Augsburger Straße 293 angedacht.

Als Grundlage für die städtische Entwicklung des Areals ist ein neuer Bebauungsplan erforderlich. Hierfür wird zunächst eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Das Bebauungsplanverfahren insbesondere zur Realisierung der Feuerwache und der Kita kann bereits parallel zur Machbarkeitsstudie gestartet werden. Es ist mit einer Verfahrensdauer von rund drei Jahren zu rechnen.

Bis zur Nutzung der Flächen im Rahmen einer Entwicklung durch die Stadt ist beabsichtigt, Büroflächen unter anderem an Start‐Ups zeitlich befristet zu vermieten oder einer anderen Zwischennutzung zuzuführen.

Wangen – Nach mehreren Diebstählen vorläufig festgenommen

04.08.2020 – 10:18 – Polizeipräsidium Stuttgart

POL-S: Nach mehreren Diebstählen vorläufig festgenommen

Stuttgart-Wangen (ots) – Polizeibeamte haben am Montag (03.08.2020) einen 46 Jahre alten Mann festgenommen, der im Verdacht steht, mehrfach Lebensmittel und Getränke aus einem Großhandel an der Kesselstraße gestohlen zu haben. Der 46-Jährige betrat gegen 18.30 Uhr das Geschäft und öffnete eine Vitrine, in der sich mehrere hochpreisige Flaschen Alkoholika befanden. Er steckte mutmaßlich mehrere Flaschen im Gesamtwert von etwa Tausend Euro in eine Brötchentüte und drapierte die Brötchen so, dass die Flaschen nicht zu sehen waren. Er bezahlte anschließend lediglich die Brötchen und verließ das Geschäft. Alarmierte Polizeibeamte nahmen den mutmaßlichen Dieb auf dem Parkplatz fest. Da er bereits mehrfach Waren aus dem Laden gestohlen haben soll, durchsuchten die Beamten seine Arbeitsstätte und seine Wohnung, wo sie weiteres Diebesgut fanden. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen setzten sie ihn auf freien Fuß.

Rolf Münzmay zum 90. Geburtstag

Rolf Münzmay zum 90. Geburtstag


Rolf Münzmay  – Foto: NaturFreunde

Die Naturfreunde Untertürkheim-Luginsland haben ein Gesicht und einen Namen: Rolf Münzmay. Das Urgestein des aus der Arbeiterbewegung entstandenen Vereins feiert am heutigen Dienstag,  4.8.2020, seinen 90. Geburtstag. Seit über 70 Jahren bestimmt  der Jubilar, der seit langem in Fellbach lebt, das Leben der Ortsgruppe mit, auch im hohen Alter noch in leitender Position.

Der Krieg war gerade mal zwei Jahre vorbei,  da trat Rolf Münzmay als 17-Jähriger  den Naturfreunden bei – keine ungewöhnliche Entscheidung, denn schon die Eltern waren  dort aktiv. Augenzwinkernd erzählt der agile Senior gern den wahren Grund für seinen Eintritt: „Wenn du eintrittst, haben sie gesagt, bekommst du ein paar Skistiefel!“ In der „schlechten Zeit“ damals ein unschlagbar attraktives Argument! Aber Rolf Münzmay  trat nicht nur ein und nahm die Skistiefel mit, er wurde sogleich aktiv und ist es ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tag geblieben.

Ein Jahr nach seinem Eintritt gründete er 1948  die Jugendgruppe der Naturfreunde Untertürkheim und  blieb ihr Leiter bis 1956;  gleichzeitig arbeitete er  in der Bezirks- und Landesjugendleitung mit. Die Jahre zwischen 1958 und 1965 gelten als die politisch und kulturell aktivsten Jahre der jungen Naturfreunde. Rolf Münzmay als Landesjugendleiter gestaltete sie mit.

Von 1965 an war er Mitglied der Landesleitung und von 1973 bis 1981 ihr Vorsitzender. Anschließend wurde er zehn Jahre lang in den Bundesvorstand gewählt und war ab 1991  Mitglied des Bundesschiedsgerichts. Dabei dürfte ihm zu gute gekommen sein, was junge Hitzköpfe im Verein manchmal ungeduldig machte: Rolf Münzmay galt als ein Mann des Ausgleichs, als einer, der bei politischen Auseinandersetzungen immer auch um Gemeinsamkeiten bemüht war, ohne dabei seine politische Haltung aufzugeben. Und nie hat er seine Zugehörigkeit zur Arbeiterbewegung verleugnet, immer war er, obwohl Beamter  –  als Geometer beim Landesvermessungsamt  – gewerkschaftlich engagiert.

Die Mischung aus Politik, Kultur und Völkerverständigung hat Rolf Münzmay ein Leben lang gelebt, er stand 1983 in der Menschenkette zwischen Stuttgart und Ulm um gegen die Stationierung von Pershings zu demonstrieren, er war bei den große Demonstrationen gegen Stuttgart 21 dabei.  Seit er wieder im Vorstand der Ortsgruppe Untertürkheim Luginsland mitarbeitet, kümmert er sich vor allem um die kulturellen Belange. Legendär sind die Multivisionsschauen, die jedes Jahr im November die interessantesten Flecken der Erde in die Untertürkheimer Sängerhalle bringen;  zahllose Veranstaltungen hat er in Kooperation mit dem Kulturhausverein und der Stadtteilbücherei organisiert und dass  sich Untertürkheim durchringen konnte, endlich eine Straße nach Albert Dulk, dem großen Sozialisten, Freidenker  und Untertürkheimer Bürger zu benennen,  ist ebenfalls mit  seiner Beharrlichkeit, gepaart mit jugendlichem Elan und einer großen Portion knitzem Charme zu verdanken. (ann)