Esslingen 9. November 2019: Lea – Szenische Lesung

Esslingen 9. November 2019: Lea – Szenische Lesung

Württembergische Landesbühne Esslingen, Podium 2
Beginn: 20 Uhr
Abendkasse: 8 € / ermäßigt 4 €

Das erste Drama in Deutschland, das für die Emanzipation des Judentums kämpft. Der 29-jährige Albert Benno Dulk nahm das Leben des Stuttgarter Bankiers Joseph Süßkind Oppenheimer (1698- 1738) viel schärfer in den Blick, als es Wilhelm Hauff in seiner Novelle „Jud Süß“ noch getan hatte. Im Gegensatz zu Hauff erkannte Albert Dulk klarer, dass der Bankier und Finanzier des württembergischen Herzogs Karl Alexander Opfer eines Justizmordes gewesen war. Inmitten der revolutionären Umbrüche in Königsberg 1848 kämpfte Dulk mit dem Drama „Lea“ unverdrossen für die Emanzipation des Judentums und für die Toleranz der Religionen.
Das Stück über Jakob Süßkind Oppenheimer und seine kluge wie schöne Tochter Lea spielt in der Bruchzone der absolutistischen Gesellschaft. Alles wartet darauf, dass Oppenheimer, „Jud Süß“, wie er verächtlich genannt wird, die Gunst des Herzogs verliert. Auf einem Maskenball kommt es zum Eklat. Die Bürger lassen nach und nach ihre Masken fallen und ihr blanker Hass gegen Oppenheimer wird sichtbar, der seinerseits nicht anders kann, als ihnen mit Hass und Verachtung zu antworten. Die Württembergische Landesbühne ist die einzige Bühne in Deutschland, die das radikale Stück in der Neuzeit aufgeführt hat. Jetzt knüpft sie mit einer szenischen Lesung noch einmal an ihre Pionierleistung an. Solange es Gesellschaften gibt, die Minderheiten ausgrenzen, wird dieses Stück nicht an Aktualität verlieren.
Der WLB-Intendant Friedrich Schirmer und der Journalist und Literat Ulrich Stolte werden in das Drama einführen.

https://www.esslingen.de/dulk200

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